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VFX Preise Freelancer Compositing

Was kostet ein VFX-Shot? Preise und Faktoren erklärt

2. April 2025

Eine der häufigsten Fragen, die mir Kunden stellen: “Was kostet ein VFX-Shot?” Die ehrliche Antwort: Das hängt von vielen Faktoren ab. Aber wer versteht, was einen VFX-Shot tatsächlich aufwendig macht, kann deutlich besser kalkulieren und kommunizieren.

Was ist ein VFX-Shot?

Ein VFX-Shot ist eine beliebige Einstellung in einem Film oder Spot, bei der computergenerierte Elemente mit realem Filmmaterial kombiniert werden. Das kann eine explosive Wirkung, ein digitales Environment, ein CGI-Fahrzeug oder das Entfernen von Requisiten aus dem Bild sein.

Die wichtigsten Preisfaktoren

1. Komplexität der Integration

Ein simpler Screen-Replacement (das Ersetzen eines Monitor-Displays) kostet einen Bruchteil dessen, was ein vollständiger Environment-Build erfordert. Die Frage ist immer: Wie viele Ebenen müssen überzeugend zusammengebracht werden?

Niedrige Komplexität (ab 500 €): Objekt-Entfernung, Greenscreen-Compositing mit klarem Hintergrund, Screen-Replacement, einfache Gradienten- oder Licht-Effekte.

Mittlere Komplexität (1.500 – 4.000 €): CGI-Objekt in eine reale Szene integrieren, Matchmoving notwendig, Beleuchtungsanpassung, Partikel- oder Simulationseffekte.

Hohe Komplexität (5.000 € +): Vollständige Environment-Extension, Charakter-VFX, Simulations-Shots (Feuer, Wasser, Explosionen), Matte Paintings.

2. Tracking und Matchmoving

Soll ein CGI-Element in einer Kamerabewegung mit dem echten Filmmaterial “kleben”, ist 3D-Tracking erforderlich. Je komplizierter die Kamerabewegung und je weniger Tracking-Punkte das Material bietet, desto aufwendiger. Schlechtes Quellmaterial (verwackelt, wenig Kontrast, flimmernde Lichter) kann den Tracking-Aufwand verdoppeln.

3. Qualität des Quellmaterials

Am Set sparen kostet in der Post doppelt. VFX-gerecht gedrehtes Material (mit Grids, Reference-Balls, ordentlichem Color-Timing, sauberem Ton des Originals als Guide) verkürzt die Postproduktion erheblich. Ich berate Kunden gerne im Pre-Production-Stadium, damit der Dreh VFX-optimiert abläuft.

4. Turnaround-Zeit

Normale Deadlines (zwei bis vier Wochen) sind Standard. Wer in einer Woche fertig sein muss, zahlt in der Regel einen Aufschlag von 25 bis 50 % — weil andere Projekte verschoben oder Nachtarbeit eingerechnet werden müssen.

5. Revisions-Runden

Im Standardangebot sind zwei Revisions-Runden enthalten. Jede weitere Runde bedeutet zusätzlicher Aufwand, der separat berechnet wird. Klare Briefs und frühe Freigaben helfen dabei, unnötige Schleifen zu vermeiden.

Typische Projektbudgets

ProjekttypBudget-Richtwert
Social-Media-Clip (einfacher VFX-Gag, 1 Shot)400 – 900 €
TV-Spot (3–5 VFX-Shots, mittlere Komplexität)3.000 – 8.000 €
Kurzfilm / Festival-Produktion2.000 – 6.000 €
Imagefilm mit Environment-Extension5.000 – 15.000 €
Musikvideo mit komplexen VFX3.500 – 10.000 €

Diese Richtwerte gelten für Freelance-Budgets — große Produktionshäuser rechnen intern anders. Für kleinere Produktionen und Indie-Projekte können diese Werte auch unterschritten werden; wichtig ist eine offene Kommunikation über Budget und Erwartungen von Anfang an.

Wie du das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bekommst

Gib ein realistisches Budget an. Klingt kontraintuitiv, aber wer sagt “Wir haben X €”, bekommt ein Angebot, das genau das leistet, was möglich ist — statt eines generischen Angebots, das daneben liegt.

Plane VFX früh ein. Wer in der Preproduction an mich herantritt, kann vom VFX Supervisor-Input beim Dreh profitieren — das spart in der Post erheblich Zeit und Geld.

Zeig Referenzen. “Ungefähr so wie im XY-Film” ist wertvoller als tausend Worte und hilft mir, einen realistischen Umfang zu definieren.

Fazit

VFX-Preise sind kein Geheimnis — sie folgen Aufwand, Komplexität und Deadline. Wenn du ein konkretes Projekt im Kopf hast, melde dich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch. Ich schätze Aufwand realistisch ein und kommuniziere klar, was in welchem Budget möglich ist.

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